Eine Autistin erzählt wie Ihr Autismus ausschaut

ich habe eine Gastautorin dafür gewinnen können, mein Blog mit Ihren wunderschönen Worten zu schmücken, vieles von dem was sie schreibt, trifft auch auf mich zu, obwohl bei meiner Diagnostik damals rauskam, das ich „nur“ adhs mit autistischen zügen bin…ich seh das eher umgekehrt, aber Prof. ist nu mal Prof.

hab ich halt nen autistischen Hauptbahnhof in der Birne 😀

Hallo Ihr Lieben,

da ich immer wieder gefragt werde, was ich brauche, damit es mir gut geht,
poste ich hier mal öffentlich. Bitte denkt aber dran: Wer einen Autisten kennt, kennt genau EINEN Austisten, nicht umsonst sind unser Symbol bunte Puzzleteilchen, weil wir so verschieden sind.

So und nun kommt einfach mal eine Auflistung für mich

– Ich telefoniere nicht und werde das auch nicht ändern, wenn Ihr das Telefonieren braucht, bin ich einfach nicht die Richtige und das ist nicht böse gemeint

– Ich brauche viel Zeit für mich selbst und werde mich deshalb seltener melden, es kann auch mal länger dauern. Das heißt nicht, dass ich Euch nicht mehr mag oder vergessen habe!

– Ich kann mich nicht an aufeinander folgenden Tagen (wie z.B. Samstag und Sonntag) verabreden, da fehlt mir dann einfach die Ruhe, erholen kann ich mich nur allein zu Hause, soziale Interaktion ist immer auch Anstrengung für mich, weil es nicht intuitiv abläuft

– Ich brauche Routine, am besten mit festen Zeiten, Spontanität ist nicht mein Fall

– Ich habe schnell eine Reizüberflutung (durch flackerdes Licht, laute Geräusche, aber auch durch viele Menschen)

– Ich bin keine großer Rednerin und rede nicht viel über das, was mich beschäftigt, was einerseits daran liegt, dass ich generell introvertiert und verschlossen bin, aber es fällt mir auch extrem schwer, meine Gefühle zu erkennen und zu benennen, mein Mann merkt eigentlich immer vor mir, ob es mir gut geht oder nicht.

– Bitte erwarte nicht, dass ich in Konfliktsituationen mit Dir reden und es klären kann. Diese Situationen regen mich so dermaßen auf, dass mir die Worte fehlen, für den Orkan, der dann in meinem inneren tobt, gibt es keine Worte, nur Ohnmacht, daher bin ich 100 % konfliktunfähig. Ich weiß, dass es das nicht einfach für Euch macht, aber ich weiß auch, es lässt sich nicht ändern und wird immer so sein. Ggf wendet Euch an meine Mutter oder meinen Mann, da brauche ich Hilfe durch Betreuung.

– Seid nicht gekränkt, wenn ich Euch nicht in die Augen blicke- ich erkenne in Gesichtern rein gar nichts, es kostet mich nur große Anstrengung und Konzentration, angemessenen Blickkontakt zu halten, die Konzentration fehlt dann für das Gespräch.

– Ich bin durch das Asperger-Syndrom motorisch sehr ungeschickt, ladet mich nicht zum Schlittschuhlaufen oder anderem ein, wozu man Körperbeherrschung braucht, das schafft meine Motorik nicht.

– Lasst mich selbst entscheiden, ob und in welcher Form ich Körperkontakt möchte

wer mehr von der Autorin lesen möchte, ist hier richtig:

https://www.facebook.com/Frauchen77?fref=nf

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